Alba Bahtijaraj (11/2025)

„Man sagt, Schule sei nur Pflicht. Für mich war sie mehr.“

Wir sagen, wir hassen die Schule – bis sie vorbei ist.

Diesen Satz habe ich oft gesagt. Wie fast alle Schüler. Heute weiß ich: Es war nicht die Wahrheit. Diese Schule war die dritte, die ich gewechselt habe. Am Anfang dachte ich: Wieder neu anfangen. Wieder fremd sein. Wieder erklären müssen, wer ich bin.

Doch hier habe ich mehr gefunden als Unterricht. Ich habe Menschen gefunden. Freunde. Wir haben zusammen gelacht, gestritten, uns wieder vertragen. Wir haben gelernt, dass ein einziges schönes Wort den ganzen Tag verändern kann. Manchmal reichte ein „Alles gut?“ – und man fühlte sich nicht mehr allein. Natürlich gab es schlechte Tage. Stress. Missverständnisse. Aber wir hatten uns.

Heute ist alles anders. Manche arbeiten, manche machen eine Ausbildung, manche gehen auf andere Schulen. Wir sehen uns nicht mehr jeden Tag. Und erst jetzt merke ich, wie besonders diese Zeit war.

Man sagt, Schule sei nur Pflicht. Für mich war sie mehr. Sie war Begegnung. Sie war Freundschaft. Sie war ein Stück Zuhause. Ich vermisse diese Zeit. Und besonders eine Person, die ich zwar noch sehe – aber nicht mehr so wie früher. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte einen einzigen Tag zurückholen. Doch vielleicht bedeutet Erwachsenwerden genau das: Zu verstehen, was wichtig war – erst wenn es vorbei ist.

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